Stadtarchiv Althofen

      Das Stadtarchiv am Salzburger Platz

      Ausgewählte Archivalien und kleine Beiträge

      Steinzeitbeil aus Althofen

      Einer der zwei ältesten Belege für menschliche Anwesenheit in Althofen ist ein Steinbeil, „gef[unden] 1924 bei [der] Schule Althofen“,1 wie es der eine von zwei Begleittexten am Fund wiedergibt. Der andere Begleittext, aufgrund der geringeren Vergilbung wohl der jüngere, vermerkt: „Gefunden 1924 ober der Volksschule Althofen. Jungsteinzeit“.2

      Das Artefakt aus Serpentin ist 5,1 cm lang und 4,4 cm breit, der Schneidenteil stark abgenützt und datiert in die Jungsteinzeit;3 also in jene Zeit, als erstmals Landwirtschaft betreibende Gruppen oder Kulturen entstanden.4 Für Kärnten entspricht diese Epoche in etwa dem vierten und dritten Jahrtausend v. Chr.5 Verwendung fanden solche Steinbeile typischerweise bei der Holzbearbeitung, sie konnten aber auch reine Prestigeobjekte sein.6

       

      Das Stadtarchiv Althofen bewahrt Fotos dieses für Althofen einzigartigen Fundes.

       

      Der zweite jungsteinzeitliche Fund aus Althofen war übrigens ein 12 cm langes, 5,5 cm breites und 4,5 cm tiefes Bruchstück eines Steinbeils, das 1899 im Keller des sogenannten Schwarzhaus, Burgstraße Nr. 9, gefunden wurde.7

       

      Günther Jannach, Mai 2022

       

      Anmerkungen

       

      1: Begleittext I.
      2: Begleittext II.
      3: Gleirscher 2000, S. 741.
      4: Urban 2000, S. 61.
      5: Für Gleirscher 1994, S. 16 entsprach dieser Zeitraum in Kärnten dem „Jung- und Endneolithikum“, auch Kupferzeit genannt. Für Urban 2000, S. 93 begann die Jungsteinzeit in Kärnten „in der zweiten Hälfte des 5. Jahrtausends“ v. Chr., ihr Ende setzte Urban 2000, S. 149 als „Kupferzeit (Spätneolithikum)“ mit um 2.000 v Chr. an.
      6: Kegler-Graiewski 2007, S. 37.
      7: Größer 1899, S. 216 beschrieb das Artefakt als „Bruchstück eines Steinhammers aus Serpentin“, das ein angefangenes und „an der Bruchstelle das halbe Bohrloch“ aufwies, und das dem Aussehen Much 1889, S. Tafel IX, Fig. 15 entsprach. Piccottini 1989, S. 23 datierte den Fund in die Jungsteinzeit.

       

      Quellen- und Literaturverzeichnis

       

      Quellen

      Begleittext I = Begleittext in Kurrent in Form eines Aufklebers am Fundstück.
      Begleittext II = Begleittext in Form eines Aufklebers am Fundstück.

       

      Literatur

      Gleirscher 1994 = Gleirscher, P.: Vom Jäger zum Bauern - Ein Kurzüberblick zur neolithischen (R)Evolution mit Bezug auf die Verhältnisse im Kärntner Raum. In: Carinthia II, Klagenfurt 1994, 9-17.
      Gleirscher 2000 = Gleirscher, P.: Althofen. In: Bundesdenkmalamt (Hg.): Fundberichte aus Österreich, Wien 2000, 741.
      Größer 1899 = Größer, M.: Notizen 161. In: Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und Historischen Denkmal, Wien 1899, 216.
      Kegler-Graiewski 2007 = Kegler-Graiewski, N.: Dissertation Beile – Äxte – Mahlsteine, Köln 2007 (online: https://kups.ub.uni-koeln.de/2160/1/Dissertation_Kegler-Graiewski.pdf).
      Much 1889 = Much, M.: Kunsthistorischer Atlas, Wien 1889.
      Piccottini 1989 = Piccottini, G.: Archäologischer Atlas von Kärnten, Klagenfurt 1989.
      Urban 2000 = Urban, O.: Der lange Weg zur Geschichte - Die Urgeschichte Österreichs, Wien 2000.

      Burg Althofen 

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