Stadtarchiv Althofen

Stadtarchiv Althofen am Salzburger Platz

Buchveröffentlichung 
Matucaium 2

 

Ende Mai 2025 veröffentlichten wir das zweite Buch der Reihe „Matucaium – Beiträge des Stadtarchivs Althofen zur Geschichte Althofens“, das auf 212 Seiten 24 Artikel zur Geschichte Althofens beinhaltet. Das beim Verlag Ploder erschienene Buch ist für 25 Euro bei Buch-Papier-Basteln-Spielwaren Schöffmann in der Kreuzstraße 24, 9330 Althofen oder bei Günther Jannach unter gjannach@edu.aau.at.  

Buchreihe Matucaium

Ausgewählte Archivalien und kleine Beiträge

Am 1. Juli 2026 führte mich Alexander Krasznitzer, Mesner der Kalvarienbergkirche in Althofen (siehe Abb. 1) und Leiter der Kalvarienbergfreunde, die sich seit Jahren um die Renovierung und Erhaltung der Kirche und des dazugehörigen Kreuzweges kümmern,1 auf den Dachboden der Kapelle am Althofener Kalvarienberg. Dort sieht man aus meiner Sicht Bemerkenswertes hinsichtlich der Baugeschichte.

 


Abb. 1: Kalvarienbergkapelle in Althofen [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 

Als Bau betrachtet (vergleiche Abb. 1, 2 u. 3), besteht die Kapelle oder Kirche aus einem Altarraum mit der den Kirchenraum bestimmenden Kreuzigungsgruppe. An diesen schließen sich leicht versetzt zwei Sakristeiräume an beiden Seiten in der Weise an, dass sie ein kleines Plateau vor dem Altarraum bilden. Den eigentlichen Kirchenraum bildet eine dreischiffige, als Arkadenhof realisierte Vorhalle, in der eine breite Treppe zum höhergelegenen Plateau des Altarraums hochführt. Alle Bauteile sind unter einem gemeinsamen Satteldach vereint, das ein sogenannter Dachreiter krönt.

 


Abb. 2: Grundriss [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 


Abb. 3: Blick in den Altarraum, der hinter einem Gitter liegt [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 

Im Dachboden der Kirche erkennt man nun, dass der obere Teil des Altarraumes verputzt und mit einem umlaufenden Gesims versehen ist, während das Mauerwerk der Giebelwände und die Gewölbe der Vorhalle und der Sakristeien, also der Dachboden im eigentlichen Sinn, unverputzt sind (siehe Abb. 4, 5 u. 6). Beim Anschluss des mittleren Gewölbezuges an den Altarraum fehlt der Putz.

 


Abb. 4: Unverputzte Giebelwand (links) und verputzter Altarraum mit umlaufendem Gesims (rechts) [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 


Abb. 5: Unverputzte Giebelwand (links) und verputzter Altarraum mit umlaufendem Gesims (rechts) [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 


Abb. 6: Zerstörter Putz, der beim Anschluss des mittleren Gewölbes an den Altarraum entstand [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 

Da mir teilweise verputzte Teile und ein Gesims im Inneren eines Kirchendachbodens ungewöhnlich erscheinen, deute ich dies wie folgt: Der Altarraum ist deshalb verputzt, weil er früher von außen sichtbar war, und das umlaufende Gesims ist eigentlich ein Dachgesims. Der heutige Altarraum war also die ursprüngliche Kapelle. Später beschloss man, diese um eine Vorhalle und die beiden Sakristeien zu erweitern, weshalb das ursprüngliche Dach abgetragen und durch ein nun notwendiges, größeres Dach ersetzt wurde. Beim Anbau des mittleren Gewölbes an den Altarraum bröckelte der Putz um die Anschlussstelle ab.

 

Baugeschichte

 

Um die Baugeschichte zeitlich einordnen zu können, stelle ich zunächst die relevanten Quellen vor. Vorausgeschickt sei, dass, so der Historiker Wilhelm Deuer (*1956), erst mit der Gegenreformation um 1600 „einige neue Bauformen und -typen italienischer Provenienz Einzug ins örtliche Glaubensleben“ fanden; darunter die Errichtung von Kalvarienbergen, deren erstes Beispiel in Kärnten die Altarkapelle von Gmünd aus dem Jahr 1629 ist.2

 

1685 erscheint der Althofener Kalvarienberg erstmals in den Quellen.3 Denn in diesem Jahr habe, so die Kunsthistorikerin Barbara Neubauer-Kienzl (*1955), „der Bildhauer Johann Claus […] den Auftrag zu einer lebensgroßen Kreuzigungsgruppe für den Kalvarienberg in Althofen“ erhalten,4 wobei sie ihre Aussage auf eine Kirchenrechnung im Gurker Diözesanarchiv stützte.5 Gemeint ist jene Kreuzigungsgruppe, die sich heute noch im Altarraum befindet.

 

1691 wurde erstmals eine Sterbemesse am Kalvarienberg eingerichtet.6 Denn die Kirchenrechnung des Jahres 1812 listet das Stiftungsvermögen der Pfarrkirche, wobei eine dominical Obligation auf die Kreuzkapelle am Kalvarienberg […] von Blasius Wastianschitz, Vicarius hier im Jahre 1691 für eine Messe pro Jahr erwähnt wird.7 Blasius Bastianschitz war, wie die Kirchenbücher zeigen,8 seit 1659 bis zu seinem Tod im Oktober 1691 Vikar in Althofen. In einer im Dekanalarchiv Guttaring überlieferten Liste über die ordinary und gestifteten Gottesdienste am Berg Kalvarie, die vor 1745 entstand, da die aus den Kirchenrechnung bekannten gestifteten Messen von 1745 und 1756 fehlen, wird Bastianschitz als „Miturheber“ der Kalvarienbergkirche bezeichnet.9

 

1695 spricht ein Stiftbrief, aufbewahrt im Gurker Diözesanarchiv, von dem lobwürdigen, newaufgerichte[ten] Calvariperg ob dem Markt zu Althoffen und der Capellan am Calvariperg.10

 

1700 erwähnt die Althofener Kirchenrechnung der Jahre 1699 und 1700, dass „dem Berg Kalvarie […] zur Vollführung des Gebäudes“ geliehenes Geld noch ausständig sei,11 wobei vollführen hier „zu Ende bringen“ bedeutet.12

 

Um 1750 entstand die älteste bildliche Darstellung der Kapelle. Sie befindet sich am Altarbild in der Kreuzkapelle in der Pfarrkirche Althofen und zeigt die Kapelle in Form eines dreischiffigen Baus mit Dachreiter und hellem Außenputz, wobei Fassadendetails nicht erkennbar sind. Der Kunsthistoriker Karl Ginhart (1888 – 1971) datierte das Bild – allerdings ohne nähere Begründung – ins „zweite[…] Drittel des 18. Jahrhunderts“.13 Da am Bild das mit „1734“ bezeichnete Mesnerhaus in Maria Hilf ob Guttaring zu sehen ist, entstand das Bild nicht vor dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts. Da die am Bild abgebildeten Stifter Bürgergewänder im Stil der französischen Herrenmode des Rokokos tragen; einer Mode, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ihr Ende fand, mag die untere Grenze für die Entstehung des Bildes vielleicht ein wenig geringer sein als Ginhart das annahm.14

 

1889 beschrieb der Historiker Alexander Helfert (1820 – 1910) erstmals Fassadedetails der Kapelle, denn für ihn war das Gebäude „ein recht origineller dreischiffiger Terrassenbau“, der „außen […] mit einer röthlichen Quaderimitation an den Ecken und Umfassungen decorirt“ ist.15

 

Die älteste Einrichtung im Innern der Vorhalle ist die Kanzel. Sowohl Ginhart als auch der Kunsthistoriker Siegfried Hartwagner (1916 – 2000) datierten diese wohl aufgrund stilistischer Kriterien ans Ende des 17. Jahrhunderts.16 Das Gitter, das den Altarraum von der Vorhalle trennt, datierte Ginhart auf „um 1725“ beziehungsweise Hartwagner auf „um 1720“,17 wohl wieder über den kunsthistorischen Vergleich. Der rechte Seitenaltar ist mit „1750“ bezeichnet. Da die beiden Seitenaltäre baugleich sind, sind sie meiner Meinung nach beide 1750 entstanden.18 Zudem datierte Hartwagner hinsichtlich des linken Seitenaltars das Antependium, also die Verkleidung an der Unterseite des Altars, wohl aus stilistischen Gründen mit „M. 18. Jh.“.19 Das Antependium des rechten Seitenaltars, das als Heiliges Grab ausgeführt ist, datierte Hartwagner in die Zeit „um 1900“.20 Beide Seitenaltäre passen derart genau in das Gewölbe, dass man aus meiner Sicht davon ausgehen muss, dass sie für eben die Kalvarienbergkapelle angefertigt wurden.

 

Für die Renovierung von 1907/0821 wurde hinsichtlich der Vorhalle laut damaligem Denkmalamt der „Abschluss der Vorhalle durch ein höheres Gitter“ sowie der „Ersatz der in der Vorhalle befindlichen schmucklosen Holzsäulen durch steinerne“ beschlossen,22 und – wie das mit „1907“ bezeichnete Gitter und die steinernen Säulen in der Vorhalle zeigen – auch durchgeführt. Die beiden Weihwasserbecken am Eingang der Vorhalle ähneln jenen zwei Weihwasserbecken in der Stadtpfarrkirche derart (siehe Abb. 8 u. 9), dass aller vier aus meiner Sicht aus einer Serienanfertigung stammen. Eines dieser Becken ist am Westeingang der Stadtpfarrkirche montiert, eines in der Vorhalle des Südeingangs, die aber erst im Zuge der Renovierung der Kirche im Jahr 1912 errichtet wurde.23 So ist es aus meiner Sicht plausibel, dass man im Zuge eben dieser Renovierung vier idente Weihwasserbecken anschaffte, die dann in der Stadtpfarrkirche und am Kalvarienberg verbaut wurden.

 


Abb. 8: Eines der beiden Weihwasserbecken der Vorhalle der Kalvarienbergkapelle von um 1912 [Quelle: Stadtarchiv Althofen].


Abb. 9: Eines der beiden Weihwasserbecken der Pfarrkirche von um 1912; nämlich jenes im Windfang [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 

Insgesamt kann man aus den schriftlichen Quellen und der Inneneinrichtung aus meiner Sicht folgendes ableiten.

 

  1. Die Errichtung der Althofener Kalvarienberganlage geht auf Vikar Blasius Bastianschitz zurück und fällt also in die Zeit zwischen 1659 und 1691.
  2. Da die Anlage noch heute bestimmende Kreuzigungsgruppe 1685 in Auftrag gegeben wurde, sollte ein die Statuen schützender Bau um 1685 errichtet worden sein.
  3. Aufgrund des Altarbildes hatte die Kirche spätestens seit 1770 ihre heutige Form, spätestens 1889 auch ihre verputzte Ornamentik.
  4. Aufgrund der Passform der Seitenaltäre bestanden Vorhalle und Sakristeien schon vor 1750.
  5. Die Kanzel ist jedenfalls seit 1927 in der Kirche, da Ginhart sie in diesem Jahr erstmals beschrieb.24

 

Bauphasen

 

In der Forschungsgeschichte ging man immer davon aus, dass die Kalvarienbergkirche in jener Form, wie sie heute zu sehen ist, erbaut wurde, also in einer Bauphase.

 

1889 war für Helfert – allerdings ohne Angabe von Gründen – wahrscheinlich aber aufgrund stilistischer Kriterien, die Kapelle ein Bau „aus dem 17. Jahrhundert“.25 1916 gelangte Paul Grueber (1852 – 1924), seit 1895 Konservator der Zentralkommission für Kunst und historische Denkmale für Klagenfurt Stadt und Land,26 zum Schluss, dass dem Architekten Johann Georg Hagenauer (1748 – 1835), der zwischen 1767 und um 1783 in Kärnten tätig war,27 „die Kalvarienberg-Kapelle in Althofen mit seiner originellen Grundrißanorduung […] zugeschrieben werde“ müsse.28 1927 klassifizierte Ginhart ohne Angabe von Gründen, aber wohl auch wieder aufgrund stilistischer Kriterien die Kirche als einen Bau „des späten 17. Jahrhunderts“.29 1977 bezeichnete Hartwagner die Kapelle kommentarlos als „Bau des 17. Jh.s.“.30 1983 meinten die Heimatforscherinnen Elfriede Amberger (1905 – 1985) und Edith Rieder (1917 – 2016), dass „die Kalvarienbergkapelle […] 1680 erbaut“ wurde, wobei sie aber weder Quellen noch Thesen angaben, worauf sich diese Behauptung stützte.31 Im Jahr 2000 meinte Deuer, dass die barocke „Kapelle von Althofen vor 1691“ entstand,32 wobei sich die Jahreszahl „1691“ wohl auf jene urkundliche Erwähnung stützt, die der Historiker Jakob Obersteiner (1902 – 1995) im Jahr 1958 in seiner Kirchengeschichte festhielt.33 2001 datierte der Kunsthistoriker Ernst Bacher (1935 – 2005) ohne nähere Angaben den Bau ins „17. Jh.“.34

 

Aufgrund des auch im Dachboden verputzten Altarraums mit umlaufendem Gesims muss man aus meiner Sicht aber von zwei Bauphasen für die Kalvarienbergkirche ausgehen: einer ersten für den Altarraum, und einer späteren Erweiterung um Sakristeien und Vorhalle. Dafür, dass der heutige Grundriss der Kirche ursprünglich nicht geplant war, spricht zudem, dass sich die Vorhalle weiterhin setzt, wodurch – wie mir Krasznitzer mitteilte35 – immer wieder Risse im Putz entstehen. Im Gegensatz zum Altarraum, der auf Fels errichtet wurde, steht die Vorhalle, wie Krasznitzer wohl zu Recht annimmt,36 auf einem aufgeschütteten Plateau.

 

In der ersten Bauphase wurde der heutige Altarraum als eigenständiges Gebäude um 1685 errichtet, weil die zentrale Kreuzigungsgruppe 1685 in Auftrag gegeben wurde. Später wurde das ursprüngliche Dach abgetragen, der Bau um zwei Sakristeien und die Vorhalle erweitert und schließlich mit einem neuen Satteldach versehen. Diese Erweiterung kann aufgrund des Giebelmauerwerks, das aus meiner Sicht dem Mauerbild nach jenem der um 1725 errichteten Kirche37 von Maria Hilf ob Guttaring entspricht (siehe Abb. 9), schon um 1700 stattgefunden haben.

 


Abb. 9: Außenmauer der um 1725 erbauten Kirche Maria Hilf [Quelle: Stadtarchiv Althofen].

 

Für eine frühe Erweiterung der Kapelle spricht meiner Meinung nach die Kanzel im Inneren der Kirche, weil aus meiner Sicht mit dem Ausbau der ursprünglich kleinen Kapelle jedenfalls die Einrichtung einer Kanzel einherging. Denn „die Kanzel ist seit der Spätgotik“, also ab dem 15. Jahrhundert, „ein fester Bestandteil des Mittelschiffes [einer Kirche] und fast als ebenso unentbehrlich angesehen wie der Taufstein“,38 wie der Kirchenhistoriker Victor Schultze (1851 - 1937) festhielt.

Gegen die späte Datierung Gruebers, der den Bau dem zwischen 1767 und 1783 in Kärnten tätigen Architekten Hagenauer zuschrieb (s. o.), spricht aus meiner Sicht neben der Kanzel und den Seitenaltären die kunsthistorische Datierung der Kapelle ins 17. Jahrhundert durch die Kunsthistoriker Helfert, Ginhart und Hartwagner, wobei Deuer explizit festhielt, dass „die Kapelle von Althofen […] mit ihrer aufgeputzten Ornamentik und den Fensterformen, aber auch mit dem Motiv des dreiachsigen Triumphbogens samt seitlichem Rundbogenpaar noch die Stufe des strengen Frühbarock“ verkörpere.39

 

Zusammenfassung

 

Der bauhistorische Befund in Verbindung mit den historischen Quellen zeigt aus meiner Sicht, dass die Kalvarienbergkirche ursprünglich eine um 1685 errichtete kleine Kapelle war, bei der man später beschloss, sie um die zwei heutigen Sakristeien und die Vorhalle zu erweitern. Die Kanzel vom Ende des 17. Jahrhunderts und Deuers kunsthistorische Einstufung des Gebäudes als Frühbarock sprechen aus meiner Sicht dafür, dass diese Erweiterung bereits um 1700 erfolgte.

Meine Erkenntnisse und Thesen übermittelte ich Ronald Woldron, einem der führenden Bauforscher Österreichs, der mir bestätigte, dass „die Befunde im Dachraum […] in Ergänzung zu den datierenden Schriftquellen […] eindeutig“ seien: „Eine ältere Kapelle des ausgehenden 17. Jahrhunderts erhielt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Vorhalle und seitliche Sakristeianbauten“.40

 

Danksagung

 

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Bauforscher Ronald Woldron und Alexander Kasznitzer für deren Unterstützung bei dieser Arbeit bedanken.

 

Günther Jannach (September 2025)

 

Anmerkungen


1: „Seit vielen Jahren kümmert sich Alexander Krassnitzer“, so Pagitz 2023, „in aufopferungsvoller Weise mit seinen Kalvarienbergfreunden nicht nur um die Erhaltung, Renovierung und um die Betreuung des Kreuzweges und der Kalvarienbergkapelle, sondern er stellt seine Freizeit auch für Mesnerdienste in der Kapelle zur Verfügung“.
2: Deuer 2000, S. 200.
3: Amberger u. Rieder 1983, s. v. Einleitung meinten, dass „die Kalvarienbergkapelle […] 1680 erbaut“ wurde, wobei sie aber weder Quellen noch Thesen angaben, worauf sich diese Behauptung stützte.
4: Neubauer-Kienzl 2000, S. 50.
5: Neubauer-Kienzl 2000, S. 267, Anm. 35 merkte als Quelle „ADG [Archiv der Diözese Gurk, Anm. d. Verfassers] […] P[farr]A[archiv] Althofen, Kalvarienberg, Kirchenrechnung“ an. Besagte Kirchenrechnung konnte man leider bei meinem Besuch des Archivs nicht mehr ausfindig machen.
6: Eine weitere Erwähnung merkte Obersteiner 1958, S. 137, gestützt auf eine meiner Meinung nach heute verschollenen Urkunde aus dem Gurker Diözesanarchiv, in seiner Arbeit zur Kirchengeschichte Kärntens unter „Kalvarienbergkapelle (Hl. Kreuz)“ an: „erwähnt am 1. IV 1691 D[iözesan]A[rchiv])“.
7: Rechnungen d. Pfarrkirche St. Thomas (SAA), 67/27 = fol. 338 ff. Bis 1700 wurden weitere acht jährliche Messen gestiftet, wie sich aus der Kombination der Informationen der Rechnungen d. Pfarrkirche St. Thomas (SAA), 67/27 = fol. 338 ff. und des Kirchenkalenders des Kalvarienbergs (Dekanalarchiv Guttaring, G/11) ergibt: Für Bartholomäus Fercher wurden 1692 drei jährliche Messen gestiftet, für Georg Grünwald 1697 zwei, für Eva Fercher 1699 eine und für Gabriel Perchlinger 1700 zwei.
8: Im lib. matr. Althofen, I, 13. Jänner 1659 erscheint erstmals ein Blasius Bastianschitz, Vicarius in Altenhouen. Der Eintrag im lib. mort. Althofen, I/1, 27. Oktober 1691 nannte ihn Dominus Blasius Bastiantschietz, Vicarius hic [dt. hier] in Altenhoffen.
9: Dekanalarchiv Guttaring, G/11.
10: Stiftbrief v. 1695 (ADG). Zu dieser Zeitstellung passt aus meiner Sicht, dass 1713 bereits die ersten Renovierungen an der Anlage nötig waren. Es mussten, so zeigen es die Rechnungen d. Pfarrkirche St. Thomas (SAA), 67/16, damals zwei gefaulte, umgefallene Kreuzsäulen am Kreuzweg erneuert, sowie zwei Kreuzwegbilder durch einen Maler renoviert werden.
11: Rechnungen d. Pfarrkirche St. Thomas (SAA), 67/9 = fol. 38 ff.
12: Nach Hoffmann 1871, s. v. vollführen bedeutet vollführen etwas „voll d. h. ganz zu Ende führen, ausführen, vollenden thun (in langer Thätigkeit)“.
13: Ginhart 1927, S. 36.
14: Im Rokoko trugen, so Rakewitz et al. 2013, S. 151 ff., höhergestellte Männer „graziöse Kleidung“, die aus „Herrenrock, Weste und Kniehose“, die Ärmelaufschläge „weniger wuchtig“ wie früher, bestanden, wobei die Rockschöße „durch Versteifen […] schräg von der Taille abstanden“. Die Haare wurden sowohl bei natürlichem Haar als auch bei Perücken in „Lockenrollen“ getragen. Diese Mode entspricht aus meiner Sicht der Mode der beiden betenden Bürger der ersten Reihe am Bild.
15: Helfert 1889, S. 5. Das wohl älteste Foto der Kapelle wurde 1906 in den Mitteilungen des damaligen Denkmalamtes veröffentlicht (MZK 1906, Sp. 185, Fig. 37*). Die Kirche entspricht dort der heutigen Gestalt, besitzt allerdings noch ein kleines Vordach, knapp oberhalb der Arkadenbögen angebracht. Den Bögen selbst fehlt noch das mit „1907“ bezeichnete Gitter, und der untere Teil des Dachreiters ist noch verputzt.
16: Ginhart 1927, S. 38. Auch für Hartwagner 1968, S. 39 stammte die „Kanzel vom Ende des. 17. Jahrhunderts“ beziehungsweise bei Hartwagner 1977, S. 252 vom „E. 17. Jh.“.
17: Ginhart 1927, S. 38 und Hartwagner 1977, S. 252. Bacher 2001, S. 15 folgte Ginhart in der Datierung des Gitters.
18: Ginhart 1927, S. 38 datierte die beiden Seitenaltäre mit „Anfang des 18. Jahrhunderts“, wobei Bacher 2001, S. 15 dieser Datierung folgte. Widersprüchlich scheint mir die Datierung bei Hartwagner 1968, S. 39, der einerseits meinte, dass „drei […] Schnitzaltäre und eine Kanzel vom Ende des. 17. Jahrhunderts“ stammen, andererseits aber von freistehenden „um 1800 geschaffenen Seitenaltären“ sprach, wobei die Kirche einen Hauptaltar und zwei Seitenaltäre besitzt. Da sowohl Ginhart als auch Hartwagner die Jahreszahl am rechten Seitenaltar nicht erkannten, gehe ich davon aus, dass diese erst bei einer späteren Restaurierung sichtbar wurde.
19: Hartwagner 1977, S. 252.
20: Hartwagner 1977, S. 252.
21: Die Kärntner Zeitung, 25. Juli 1908, S. 5 berichtete, dass die Renovierungsarbeiten, „die bereits im vorigen Jahre in Angriff ge­nommen wurden, […] zum großen Teile fertiggestellt [seien] und […] die Kapelle im Laufe des nächsten Monates eingeweiht werden“ dürfte.
22: MZK 1906, S. 183.
23: Laut Kärntner Landbote, 19. Oktober 1912 wurde im Zuge der „Renovierung der Pfarrkirche […] am Seiteneingang auf der Südseite […] eine Vorhalle mit Strebepfeilern errichtet, die als Schutz gegen den starken Luftzug dienen soll“.
24: Ginhart 1927, S. 38.
25: Helfert 1889, S. 5.
26: Lebensdaten nach Jaksch 1925.
27: Nach Grueber 1916, S. 4 unterliege es „keinem Zweifel“, dass Hagenauer durch den Bau der Priesterhauskapelle in Klagenfurt 1767 nach Kärnten kam. 1873 kam er, so Vierhaus 2006, S. 352, nach Passau.
28: Grueber 1916, S. 4.
29: Ginhart 1927, S. 36.
30: Hartwagner 1977, S. 252.
31: Amberger u. Rieder 1983, s. v. Einleitung.
32: Deuer 2000, S. 201.
33: Nach Obersteiner 1958, S. 137 wurde die Kapelle 1691 „erwähnt“.
34: Bacher 2001, S. 15.
35: Krasznitzer 2026.
36: Krasznitzer 2026.
37: Nach Haffner 2004, S. 489 wurde „noch im Jahr 1721“ mit dem Bau der Kirche von Maria Hilf ob Guttaring begonnen, „1727 war der Bau vollendet“.
38: Schultze 1901, S. 26.
39: Deuer 2000, S. 200.
40: Woldron 2026.

 

Quellen

 

Dekanalarchiv Guttaring (SAA) = Amberger, E.: Transkript. In: Stadtarchiv Althofen, Mappe 16.
Grazer Volksblatt = Grazer Volksblatt, Graz 1868 bis 1939.
Grueber 1916 = Grueber, P.: Johann Georg Hagenauer, ein österreichischer Architekt aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. In: Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, Nr. 41, Wien Oktober 1907, S. 4 - 6.
Kärntner Landbote = Kärntner Landbote – Ein katholisches Wochenblatt für das Volk Kärntens, Klagenfurt 1894 – 1914.
Kärntner Zeitung = Kärntner Zeitung – Verlag St. Josefs-Verein, Klagenfurt 1894 – 1905.
Krasznitzer 2026 = Krasznitzer, A.: Persönliches Gespräch, 1. Juli 2026.
lib. matr. Althofen = Diözesanarchiv Gurk: Heiratsbuch, Althofen 1625 ff.
lib. mort. Althofen = Diözesanarchiv Gurk: Sterbbuch, Althofen 1643 ff.
MZK 1906 = Dvořák, M. / Kubitschek, W.: Mittheilungen der k. k. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und Historischen Denkmale, Wien 1906.
Rechnungen d. Pfarrkirche St. Thomas (SAA) = Amberger, E.: Regesten zum Marktarchiv Althofen (Kärntner Landesarchiv: Markt Althofen, Nr. 67) = Stadtarchiv Althofen: Mappe 16, KLA Nr. 66, Pfarrkirche St. Thomas – Rechnungen.
Stiftbrief v. 1695 (ADG) = Stiftbrief des Johann Ulrich von Blainach zum Karenstein, Straßburg 1695 = Archiv der Diözese Gurk: APA Althofen, X/Kalvarienberg.
Woldron 2026 = Woldron, R.: Persönliche Mitteilung an G. Jannach, 12. August 2026.

 

Literatur

 

Amberger u. Rieder 1983 = Amberger, E. / Riegler, E.: Althofen–Treibach in alten Ansichten, Zaltbommel 1983.
Bacher 2001 = Bacher, E.: Bezirk St. Veit / Glan. In: Bacher, E. et al.: Dehio – Handbuch Kärnten, Wien 2001.
Deuer 2000 = Deuer, W.: Architektur. In: Deuer, W. et al.: Barock in Kärnten, Klagenfurt 2000, S. 195 - 263.
Ginhart 1927 = Ginhart, K.: Die Bau- und Kunstdenkmäler Althofens. In: Kernast, K.: Der Markt Althofen in Kärnten, Althofen 1927, S. 31 – 45.
Haffner 2004 = Haffner, A.: Die Wallfahrtskirche Maria Hilf ob Guttaring und ihre alten Votivbilder. In: Carinthia I, Klagenfurt 2004, S. 487 – 508.
Hartwagner 1968 = Hartwagner, S.: Die Kunstdenkmäler der Gemeinde Althofen. In: Gemeinde Althofen (Hg.): 700 Jahre Markt Althofen, Althofen 1968, S. 31 – 41.
Hartwagner 1977 = Hartwagner, S.: Kärnten – Der Bezirk St. Veit an der Glan, Salzburg 1977.
Helfert 1889 = Helfert, J.: Kunst-Topographie des Herzogthums Kärnten, Wien 1889.
Hoffmann 1871 = Hoffmann, W.: Vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache, Bd. 6, Leipzig 1871.
Jaksch 1925 = Jaksch, A.: Nachruf Paul Grueber. In: Carinthia I, Klagenfurt 1925, S. 117 - 119.
Neubauer-Kienzl 2000 = Neubauer-Kienzl, B.: Plastik. In: Deuer, W. et al.: Barock in Kärnten, Klagenfurt 2000, S. 31 – 105.
Obersteiner 1958 = Obersteiner, J.: Erläuterungen zum historischen Atlas - Dekanat Krappfeld, Klagenfurt 1958.
Pagitz 2023 = Pagitz, K.: Silbernes Modestusabzeichen für Oberst Alexander Krassnitzer. In: meinBezirk (www.meinbezirk.at), URL: https://www.meinbezirk.at/st-veit/c-lokales/silbernes-modestusabzeichen-fuer-oberst-alexander-krassnitzer_a6350183 30. Oktober 202.
Rakewitz et al. 2013 = Rakewitz, G. et al.: Kleine Kostümkunde, Berlin 2003.
Schultze 1901 = Schultze, V.: Kanzel. In: Hauck, A.: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, Bd. 10, Berlin 1901, S. 25 - 27.
Vierhaus 2006 = Vierhaus, R.: Hagenauer, (Johann) Georg. In: Vierhaus, R. (Hg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 4, München 2006, S. 352.

Annenturm von 1307

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Die Seite https://stadtarchiv-althofen.at/ verwendet nur das zustimmungsfreie Cookie PHPSESSID, das keine Benutzerdaten speichert, sondern einer Sitzung (Session) einen Hashwert (also einen Funktionswert, dessen Eingangswert nicht wieder berechnet werden kann) zuweist. Jeder Besucher der Seite https://stadtarchiv-althofen.at/ kann zudem das Speichern von Cookies auf seinem Browser deaktivieren.

 

Web Analyse Tools
Der Hosting Anbieter verwendet laut seiner Datenschutzerklärung (aufgerufen am 4. August 2022) die Open Source Webanalyse Software Matomo, wobei die „Speicherung der datenschutzfreundlich anonymisierten, personenbezogenen Daten“ der Besucher und Nutzer „nur auf eigenen Systemen“ in Österreich stattfindet, und die „Identifizierung eines einzelnen Nutzers oder dessen Verhalten […] auf Basis der gesammelten Daten nicht möglich“ ist.

 

Rechte und Kontaktmöglichkeiten zu Fragen zur Datenschutzerklärung
Als von Datenverarbeitung Betroffener haben Sie laut EU DSGVO die Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit, Widerruf und Widerspruch hinsichtlich ihrer gespeicherten Daten. Wenn Sie annehmen, die Verarbeitung Ihrer Daten verstößt gegen das Datenschutzrecht, wenden Sie sich bitte an die oben erwähnte Datenschutzverantwortliche oder die Datenschutzbehörde.

Vorbehalt der Nutzung für Text und Data Mining

 

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Althofen, 12. April 2025