Stadtarchiv Althofen

Stadtarchiv Althofen am Salzburger Platz

Buchveröffentlichung 
Matucaium 2

 

Ende Mai 2025 veröffentlichten wir das zweite Buch der Reihe „Matucaium – Beiträge des Stadtarchivs Althofen zur Geschichte Althofens“, das auf 212 Seiten 24 Artikel zur Geschichte Althofens beinhaltet. Das beim Verlag Ploder erschienene Buch ist für 25 Euro bei Buch-Papier-Basteln-Spielwaren Schöffmann in der Kreuzstraße 24, 9330 Althofen oder bei Günther Jannach unter gjannach@edu.aau.at.  

Buchreihe Matucaium

Ausgewählte Archivalien und kleine Beiträge

Im Pfarrzentrum Althofen befindet sich eine sogenannte Votivtafel aus dem Jahr 1743, die den Oberen Markt von Althofen zeigt. Die Tafel stellt somit wahrscheinlich die älteste farbige Darstellung dieses Stadtteils von Althofen dar.1

 


Votivbild von 1743. [Quelle: Stadtgemeinde Althofen]

 

Votivtafeln

 

Die ersten Votivtafeln in unseren Breiten „fallen in die Jahrzehnte […] um 1500“;2 ihre Blütezeit erlebten sie im Barock,3 wie der Volkskundler Klaus Beitl (*1929) in seinem 1973 erschienen Buch über Votivbilder darlegte. Votivbilder waren, so Beitl, „Bestandteil des Wallfahrtsbrauches“, der „stets mit der Darbringung eines Weihegeschenks oder einer Opfergabe verbunden ist“,4 wobei das Votivbildopfer als „öffentliche Bekundung und Aufschreibung der Gebetserhörung“ durch eine Himmelsmacht als „ein zusätzlicher Akt des Wallfahrtszuges, der der Lobpreisung des Gnadenbildes und der Vermehrung des Ansehens des Wallfahrtsortes dienen sollte“, war.5

 

Votivtafeln oder -bilder (der Begriff ist seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gebräuchlich) heißen die Tafeln aufgrund der zumeist in der Inschrift verwendeten lateinischen Formel ex voto, die bedeute, dass die Tafeln aufgrund eines Gelübdes (lat. votum) mit der Bitte um Hilfe oder als Dank für erhaltenen Hilfe dargebrachte wurden.6 Das Wesentliche der Tafel sei aus Sicht Beitls der bildliche Teil, der Text „tritt lediglich erläuternd dazu“, wobei die Tafel „in der klassischen Ausprägung drei Komponenten oder Grundmotive“ ausweise:

  1. Die Darstellung „der angerufenen himmlischen Macht des am Wallfahrtsort verehrten Gnadenbildes“,
  2. die Darstellung jener, die das Gelübde zur Votivgabe ablegten, also der Stifter, und
  3. die Darstellung des Anlasses zur Votivgabe.7

 

Das Althofener Votivbild weist alle diese Komponenten auf, womit man es als „klassische“ Votivtafel bezeichnen kann.

 

Die Althofener Votivtafel

 

Die Althofener Votivtafel von 1743 misst „112 x 142 cm“8 und untereilt sich in ein Bild und eine darunter befindliche Inschrift. Die Inschrift ist nicht mehr zur Gänze lesbar, ist aber in einem Kirchenführer aus dem Jahr 1888 überliefert.9 Sie lautet:

 

Anno 1743 den 5. May ist in den Hoch Fürstl: Salzburg: Marckht Althofen umb mitter Nacht ganz unversehend ein entsözliche feuers prunst entstandten, also zwar, daß der ganze marckht in gröster gefahr gestanden genzlichen eingeäschert zu werden, dahero ein sammentliche burgerschaft mit gegenwertiger gelübt Taffel ihre zueflucht zu der Hilfreichen Muetter Gottes genommen, worauf das Feuer ganz mirakuloser weiß (: außer denen zwey anstossenten Heußern :) kheine andere behausung zu ergreifen vermöget, wofür sei Gott und Maria der höchste Dankh gesagt. EX VOTO

 

Die Tafel nennt sich selbst Votivtafel (gelübt Taffel) und unterstreicht dies zusätzlich mit der lateinischen Formel ex voto [fecit], aus einem Gelübde heraus gemacht. Bild und Inschrift enthalten die „klassischen“ Elemente (s. o.) einer Votivtafel, nämlich angerufene himmlische Macht, Anlass der Votivgabe und Stifter.

  1. Die angerufene himmlische Macht ist die Gottesmutter Maria in ihrer Eigenschaft als Helferin der Christenheit. Denn laut Inschrift suchten die Stifter der Tafel Zuflucht bei der „Hilfreichen Mutter Gottes“. Bildlich wird in der rechten oberen Ecke ihr Gnadenbild aus Maria Hilf (Maria mit Kind), über der Kirche schwebend, dargestellt.
  2. Anlass der Votivgabe war ein in einem Haus entstandener Brand, der sich aber durch die himmlische Hilfe Marias nicht über den ganzen Oberen Markt ausgebreitet hatte. Denn laut Inschrift brach am Donnerstag, den 5. Mai 1743 um Mitternacht „ganz unversehens“ ein Feuer im Oberen Markt aus und drohte, diesen „gänzlich“ einzuäschern. Nachdem aber die Gottesmutter Maria, die Helferin der Christenheit, um Hilfe angerufen und ihr eine Votivgabe gelobt worden war, griff das Feuer auf „ganz wundersame Weise“ bis auf zwei angrenzende Häuser auf „keine andere Behausung“ über. Bildlich wird der Zustand der drei brennenden Häuser im linken oberen Viertel wiedergegeben.
  3. Sitfter war die Bürgerschaft Althofens. Denn laut Inschrift habe sammentliche burgerschaft diese Tafel gelobt. Dargestellt wird die Bürgerschaft mit über einem Dutzend Personen auf dem Bild.

 

Zeitlich ist das Bild aus meiner Sicht noch im Jahr 1743 entstanden, um das Gelöbnis zeitnah einzulösen. Dafür spricht auch die Schreibung der Inschrift, denn mb statt b wie in umb mitter Nacht sowie kh statt k wie in kheine andere behausung wurden im bairischen Sprachraum, zu dem auch Kärnten zählt, nur bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts geschrieben.10

 

Das Bild wurde ursprünglich wohl im Rahmen einer Wallfahrt nach Maria Hilf gebracht und dort im Kirchenraum aufgehängt als Lobpreisung der Gottesmutter Maria. Schriftlich bezeugt ist der Standort erstmals 1888, da das Bild in einem in diesem Jahr entstandenen Kirchenführer erwähnt wird.11 Spätestens seit um 1930 hing das Bild an der Rückwand des Hochaltars „links ziemlich hoch oben“, wie sich der Heimatforscher Alfons Haffner (1924 – 2010) aus seiner Kindheit erinnerte.12 Zu Beginn der 1970er wurde das Bild einem Restaurator übergeben, geriet aber in dessen Depot in Vergessenheit, da sich die Pfarre Guttaring und das Ordinariat in Klagenfurt damals nicht über die Aufteilung der Kosten der Restaurierung einigen konnte.13 Erst den Nachforschungen von Alfons Haffner ist es zu verdanken, dass das Bild 1992 im Depot des Restaurators wiederentdeckt, restauriert und 1994 im Guttaringer Pfarrhof aufgehängt wurde.14 2023 wurde das Bild in Althofen ausgestellt und hängt seitdem im Pfarrzentrum Althofen.15

 

Die abgebildeten Gebäude der Althofener Altstadt

 

Fast alle abgebildeten Gebäude des Oberen Marktes lassen sich eindeutig noch existierenden oder zumindest historisch bezeugten Gebäuden zuordnen, weshalb aus meiner Sicht dem Bild eine hervorragende bauhistorische Bedeutung zukommt. Grundlage zur Beurteilung der Historizität der Darstellung bildet zumeist der Franziszeische Kataster aus dem 1829, der erstmals alle Grundstücke und Bauparzellen in großen Teilen der Monarchie erfasste und sehr genau als Karte darstellte.

 


Votivbild von 1743, FK bezeichnet die Parzellennummer aus dem Franziszeischen Kataster von 1829, KG Althofen. [Quelle: Stadtarchiv Althofen]

 

Grobecker Platz

 

Links unten im Bild erkennt man an der Form den zwischen 1307 und 1312 errichteten Annenturm,16 an den der ehemalige Amthof anschließt.17 Dieser erscheint noch mit einfacher Fassade, da erst Anna Grobecker (1827 – 1908) um 1880 das Gebäude im Renaissance-Stil umbauen ließ und ihm den Namen „Annenhof“ gab.18 Das Gebäude Grobecker Platz 2 zwischen Annenhof und dem Gasthof zur Post, dessen Bauzeit der Bauforscher Adalbert Klaar (1900 – 1981) ins 19. Jahrhundert setzte,19 fehlt korrekterweise noch am Bild.

 

Salzburger Platz West

 

Das erste Gebäude am Salzburger Platz ist das Gasthaus Zur Post (Salzburger Platz 1), dem sich zwei Gebäude anschließen, die heute das ehemalige Gästehaus Pilz (Salzburger Platz 2) bilden.20 Zwischen den anschließenden Häusern Salzburger Platz 3 und 4 erkennt man den noch heute sichtbaren Durchgang in einen Hinterhof. Danach ist jenes einstöckige Haus (Burgstraße 1) dargestellt, in dem der Brand ausbrach. Am angrenzenden Gotischen Haus (Burgstraße 5) erkennt man am Bild noch die Andeutung des heutigen Erkers. An dieses grenzt das alte Bezirksgericht, das damals noch einen getreppten Giebel wie bei der Darstellung des Oberen Marktes in der Kreuzkapelle der Stadtpfarrkirche hatte.21

 

Salzburger Platz Nord

 

Die Gebäudegruppe um das ehemalige Gasthaus Delsnig (Salzburger Platz 5) entspricht noch den heutigen Verhältnissen, wobei das Gebäude auf der Parzelle 58, das 1829 als Waarenbehältniß beschrieben wurde,22 wohl noch aus Holz war. Die mit 1682 bezeichnete Pestsäule steht noch weit im Salzburger Platz, was sich daraus erklärt, dass die Gemeinde erst 1960 beschloss, „im Zuge des Ausbaues bzw. Staubfreimachung des Hauptplatzes [Salzburger Platz] Althofen“ die Säule zu versetzen.23

 

Keltenstraße

 

Am Beginn der Keltenstraße erkennt man vier Gebäude, von denen aber bereits 1829, wie der Franziszeische Kataster zeigt, nur mehr zwei vorhanden waren,24 und heute wohl nur noch Keltenstraße 24 auf eines oder zwei der abgebildeten Häuser zurückgeht. In der Mitte der Keltenstraße sieht man einen Torturm und die Richtung Neues Schloss verlaufende Stadtmauer, von der man heute ab Parzelle KG 74001, .64, auf der ein Rest vom Turm steht, nur noch Reste erkennt. Dieser Turm lässt sich wohl mit dem im Urbar von 1672 genannten Thurn auf der Lödergasse Eisenthurn genant ohne Tach, darunter der Wöög oder strassen durchgehet identifizieren.25

 

Burgbereich

 

Das Gebäude link von der Kirche würde ich als Fronfeste identifizieren. Wenn dies korrekt ist, würde man aber den in einem Urbar aus dem Jahr 1672 erwähnten hoche[…] Thurn ohne Dachung,26 also den bei Valvasors Darstellung Althofens aus dem späten 17. Jahrhunderts zu sehenden Bergfried bei der Fronfeste,27 am Votivbild erwarten. Da er fehlt, mag er zu dieser Zeit schon eingestürzt oder abgetragen worden sein.

 

Salzburger Platz Ost

 

Am Bild erkennt man noch Teile des Rieder-Hauses (Salzburger Platz 6), dessen Fassade allerdings verputz ist. Der mit 1590 bezeichnete, 1930 wiederentdeckte28 Sgraffitofries an der Hausfassade, war also bereits 1743 nicht mehr sichtbar. Bei Salzburger Platz 9 ist ein heute nicht mehr vorhandener Turm, zur Innenseite des Platzes gerichtet, zu sehen, dessen Grundriss man aber am Kataster von 1829 noch erkennt.29

 

Salzburger Platz Süd

 

An das Lickerhaus (Salzburger Platz 11 / Parzelle KG 74001, .56/1) anschließend fehlt das Haus Salzburger Platz 12. Das passt mit dem Kataster von 1829 zusammen, der die Stelle Grünfläche ausweist.30 Auf Parzelle 56 stand 1829 laut Kataster eine „Wohnung u[nd] Hof“,31 welche aus meiner Sicht am Votivbild dargestellt sind. Parzelle 55 (Höpfnerstraße 18) war 1829 als „Wohnung“ verbaut, wie der Kataster zeigt.32 Dieses Gebäude ist am Bild von 1743 allerdings nicht zu sehen, was ich aber aufgrund der getreuen Darstellung des restlichen Oberen Marktes dahingehend deute, dass das Gebäude erst zwischen 1741 und 1829 errichtet wurde.

 

Fleischbankgasse

 

Die Lage der Fleischbankgasse ist am Bild etwas verzerrt dargestellt, denn die Gasse verläuft am Bild parallel zur Südfront vom Gasthaus Delsnig, bildet aber in Wirklichkeit einen spitzen Winkel von unter 45° dazu. In der Gasse sind die drei heute noch bestehenden Häuser abgebildet, allerdings auch zwei weitere im Süden anschließend. Diese zwei Gebäude gibt es heute nicht mehr, sie sind aber im Kataster von 1829 als Parzelle KG Althofen, 50 und 52 beschrieben.33

 

Freimarktstraße

 

Die vier Gebäude, die an der westlichen Seite der Freimarktstraße dargestellt sind, scheinen mir die Gebäude auf den Parzellen KG Althofen 46 bis 49 vom Kataster von 1829 darzustellen,34 auch wenn sie auf der Tafel nicht wie in Wirklichkeit südwestlich sondern südöstlich ausgerichtet sind. Die vier oder vielleicht fünf Häuser an der östlichen Freimarktstraße passen aus meiner Sicht weder recht zur Situation am Franziszeischen Kataster von 1829 noch zur heutigen. Allerdings datierte Klaar bis auf einen Teil des ehemaligen Gasthauses Ringelspiel (Freimarktstraße 3) und dem Hafnerhaus (Freimarktstraße 9) alle Gebäude in diesem Teil der Freimarktstraße ins 19. Jahrhundert, weshalb hier seit der Entstehung des Bildes größere Umbaumaßnamen die Unterschiede erklären könnten. Ans Hafnerhaus anschließend zeigt das Bild ein Stadttor. Für die Heimatforscherin Elfride Amberger (1905 – 1985) war dies das „Haupttor“ zum Markt, das „etwas ober dem Prechtlhof“ gelegen war und das, „da sich hier nun die Hafner sesshaft gemacht hatten, auch den Namen Hafnertor“ führte.35

 

Hafnergasse

 

Rechts am Bild, anschließend an das zuvor beschrieben Tor erkennt man einen Gebäudekomplex, der mit seinen zwei Seiten einen rechten Winkel bildet. Es handelt es sich dabei um den Prechtlhof, der auch am Franziszeischen Kataster von 1829 in dieser Form bezeugt ist36 und auch das östlichste Gebäude des Oberen Marktes bildete. Die drei an das Hafnertor anschließenden Gebäude an der Westseite der Hafnerstraße finden sich nicht im Kataster von 1829. Aufgrund der getreuen Darstellung des restlichen Oberen Marktes würde ich aber hier davon ausgehen, dass es sich nicht um einen Fehler des Malers in der Darstellung handelt, sondern dass die Gebäude in den Jahrzehnten zwischen der Entstehung des Bildes und der des Katasters abgekommen sind.

 


Votivbild von 1743, Ausschnitt Prechtlhof. [Quelle: Stadtarchiv Althofen]

Allgemein

 

Vergleicht man die Häuserfronten von 1741 mit jenen von heute, fällt vor allem auf, dass im Gegensatz zu heute damals die vorherrschende Hausfarbe Weiß war, und es keinen Fassadenstuck gab. So öffnet uns der Blick von außen auf die Althofener Altstadt eher ein Fenster ins 19. Jahrhundert mit seiner historistischen Fassadengestaltung denn in frühere Zeiten.

 

Anmerkungen

 

1: Das Altarbild in der Kreuzkapelle der Stadtpfarrkirche stellt die zweite mir bekannte Darstellung des Oberen Marktes dar, wobei das Bild nach Ginhart, S. 36 ins „zweite[…] Drittel des 18. Jahrhunderts“ datiert.
2: Beitl 1973, S. 21.
3: Beitl 1973, S. 27.
4: Beitl 1973, S. 12.
5: Beitl 1973, S. 9.
6: Die Formel ex voto sei nach Beitl 1973, S. 12 f. „seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts allgemein gebräuchlich geworden“, leite sich vom lat. votum ‚Gelübde‘ ab, und beschreibe, dass der Stifter die Opfergabe, also das Votivbild, „in Erfüllung eines Gelübdes mit der Bitte um Erlangung einer besonderen Hilfe und/oder aus Dankbarkeit für einen erlangten Gnadenerweis am Ort des […] Wundergeschehens hinterlegt“.
7: Beitl 1973, S. 15.
8: Haffner 2004, S. 501.
9: Beschreibung v. Maria Hilf 1888, S. 21.
10: Nach Tauber 2011, S. 144 erscheine in den von ihm untersuchten Texten aus dem bairischen Sprachgebiet „mhd. -mb- […] bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts auch als <mb>", wobei er auch umb für um als Beispiel nennt. Die Schreibung komme, so Tauber 2011, S. 130 „seit der zweiten Hälfte des 18. Jhs. nicht mehr“ vor.
11: Beschreibung v. Maria Hilf 1888, S. 21.
12: Haffner 2004, S. 494.
13: Haffner 2004, S. 500.
14: Haffner 2004, S. 500.
15: Nach MHDC, VII wurde das Bild „im Rahmen des Programmes bei der Langen Nacht der Kirchen am 2. Juni 2023 in der Stadtpfarre Althofen“ gezeigt und sollte im Anschluss „30 Tage im Foyer des Pfarrzentrums ausgestellt“ werden. Dort hing es nach eigener Anschauung im Feber 2025 immer noch.
16: 1307 gestattete nach MHDC, VII, Nr. 422 König Albrecht, den Markt Althofen [von Untermarkt, Anm. d. Verf.] auf den Thomasberg zu verlegen und zu befestigen. Die Befestigung des Marktes führte Erzbischof Konrad (1291 – 1312) durch, wie die Annalen des 1315 verstorbenen Erzbischof von Salzburg Weichard von Polheim (cont. Weichardi a. 1307) für das Jahr 1307 berichten. Somit wurde mit dem Bau des Annenturms als Teil der Befestigung frühestens 1307 begonnen, und die Fertigstellung fällt wohl noch in die Amtszeit Konrads, der 1312 starb, jedenfalls aber noch vor dem Tod Weichards 1315, für den die Befestigung schon errichtet zu sein scheint.
17: Das Haupturbarium von 1673/74, fol. 3 nennt den Turm Ambthoff Thurn und beschreibt, dass innerhalb der den Turm einschließenden Ringmauer ein gemauertes Haus stand, was daher wohl der Amthof gewesen ist.
18: Gemäß Grundbuch KG Althofen, EZ 32 kaufte Grobecker 1875 die Realität bestehend aus Turm und Haus. Letzteres ließ sie, so Löhn-Siegel 1892, S. 245, in ein „Schlösschen“ umwandeln und gab ihm dem Namen „Annahof“, wobei die Fassade wurde laut Dehio 2001, S. 16 im Stil der Neorenaissance gestaltet wurde.
19: Klaar 1954.
20: Dass es sich ursprünglich um zwei Gebäude handelte, zeigt der Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS) mit den Bauparzellen 39 und 40, die heute zur Parzelle KG 74001, .39 vereint sind.
21: Siehe Fußnote 1.
22: Franz. Kataster, Bauparzellenprotokoll Althofen v. 1829 (KLA), Prz. 58.
23: Gem. Prot. , 16. Juni 1960, Pkt. 3.
24: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 62 u. 63.
25: Haupturbarium von 1673/74, fol. 3. Auch Amberger 1968, S. 14 setzte diesen Turm meiner Meinung nach mit dem „Hafner- oder Eisenturm“, wie sie ihn nennt, gleich, spricht sie doch davon, dass nach „dem Halbturm in der Ledergasse (Wandelnig-Turm)“ sich eben jener Eisenturm befinde.
26: Das Haupturbarium von 1673/74, fol. 3 beschreibt die Fronfeste als ein abkhommenes Schloß zu eißerst in obern Markht Althofen gelegen, wo inen ain Hocher Thurn ohne Dachung war.
27: Valvasor 1688, S. 9.
28: Demus 1934, S. 202 berichtete über die Restaurierung der „entdeckten Sgraffitti des Riederhauses in Althofen“.
29: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 76.
30: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 204.
31: Franz. Kataster, Bauparzellenprotokoll Althofen v. 1829 (KLA), Prz. 56.
32: Franz. Kataster, Bauparzellenprotokoll Althofen v. 1829 (KLA), Prz. 55.
33: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 50 u. 52.
34: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 46-49.
35: Amberger 1968, S. 14.
36: Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS), KG Althofen, Prz. 84.

 

Literatur
 

Amberger 1968 = Amberger, E.: Althofen. In: Marktgemeinde Althofen (Hg.): Siebenhundert Jahre Markt Althofen, Althofen 1968, S. 9 – 25.
Beitl 1973 = Beitl, K.: Votivbilder - Zeugnisse einer alten Volkskunst, Salzburg 1973.
Beschreibung v. Maria Hilf 1888 = Kirchenvorstehung Guttaring (Hg.): Beschreibung des Wallfahrtsortes Maria Hilf ob Guttaring in Kärnten, Klagenfurt 1888.
cont. Weichardi = Perz, G. (Hg.): Continuatio Weichardi de Polhaim. In: Monumenta Germaniae Historica – Scriptores, Bd. 9, Hannover 1851, S. 810 – 818.
Dehio 2001 = Bacher, E. et al.: Dehio – Handbuch Kärnten, Wien 2001.
Demus 1934 = Demus, O.: Riederhaus. In: Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung et al. (Hg.): Deutsche Kunst und Heimatpflege, S. 202 - 204.
Franz. Kataster, Bauparzellenprotokoll Althofen v. 1829 (KLA) = Kärntner Landesarchiv: Franziszeischer Kataster, Bauparzellenprotokoll Althofen, Wolfsberg 1829.
Franz. Kataster v. 1829 (KAGIS) = Franziszeischer Kataster 1829. In: KAGIS-Geoinformation Land Kärnten (https://kagis.ktn.gv), URL: https://gis.ktn.gv.at/webgisviewer/atlas-mobile/map/Basiskarten/Franziszeischer%20Kataster, abgerufen Feber 2024.
Gem. Prot. = Stadtgemeinde Althofen: Gemeinderatsprotokolle der Gemeinde Althofen, Althofen 1954 ff.
Ginhart 1927 = Ginhart, K.: Die Bau- und Kunstdenkmäler Althofens. In: Kernast, K.: Der Markt Althofen in Kärnten, Althofen 1927, S. 31 – 45.
Grundbuch KG Althofen = Grundbuch Gerichtsbezirk Althofen, Katastralgemeinde Althofen, Band I ff.
Haffner 2004 = Haffner, A.: Die Wallfahrtskirche Maria Hilf ob Guttaring und ihre alten Votivbilder. In: Carinthia I, Klagenfurt 2004, S. 487 – 508.
Haupturbarium von 1673/74 = Haupturbarium Landgericht Althofen von 1673/74, Regest und teilweises Transkript des in Privatbesitz befindlichen Originals von Elfriede Amberger. = Stadtarchiv Althofen, Mappe 13.
Klaar 1954 = Klaar, A.: Baualterplan Althofen, Wien 1954.
Leitgeb 2023 = Leitgeb, C.: Ausstellung des EX Voto Bild „Brand von Althofen (1743-2023)“. In: Katholische Kirche Kärnten (www.kath-kirche-kaernten.at), URL: https://www.kath-kirche-kaernten.at/pfarren/detail/C3100/ausstellung-des-ex-voto-bilddesbrandesvonalthofen1743-2023, 14. Juni 2023, abgerufen Feber 2023.
MHDC, VII = Wiessner, H. (Hg.): Monumenta Historica Ducatus Carinthiae, Bd. VII, Klagenfurt 1961.
Löhn-Siegel 1892 = Löhn-Siegel, A.: Durch das Kärntner Alpenland hinab zur Adria. In: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung, Leipzig 1892, S. 241 – 244.
Tauber 2011 = Tauber, W.: Mundart und Schriftsprache in Bayern (1450-1800), Berlin / New York 2011.
Valvasor 1688 = Valvasor, J.: Topographia archiducatus Carinthiae, Nürnberg 1688.

Annenturm von 1307

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Althofen, 12. April 2025